Mädchentreff


Namensänderung – Die kleine Geschichte von unserem Sternchen *

Unsere Worte können für andere Menschen verletzend sein, auch wenn wir das gar nicht beabsichtigen. Deswegen müssen wir unsere Worte gut wählen.

Worte können unsere Vorstellungen von der Welt (so genannte Realitäten) bauen.
Zum Beispiel, wenn ich immer wieder den Satz höre „Du bist schön!“, dann fühle ich mich wohl und kann es auch für mich selber annehmen.
Wenn ich aber immer wieder den Satz höre „Du kannst nicht singen!“, dann glaube ich das irgendwann auch selber und sage vielleicht sogar selbst „Ich kann nicht singen!“. Auch wenn es mir große Freude macht zu singen und mein heimlicher Traum ist, als Sängerin auf der Bühne zu stehen.

Worte haben viel Kraft. Wir können mit Worten unsere Realitäten bewusst gestalten. Deswegen müssen wir auch regelmäßig prüfen, ob unsere Wortwahl die aktuelle Realität beschreibt. Wenn dem nicht so ist, müssen wir unsere Sprache anpassen.

So ging es uns auch kürzlich!

Wir wollten immer mit dem * bei „Mädchen*treff“ darauf hinweisen, dass mit dem Wort alle Menschen gemeint sind, die sich als Mädchen fühlen.

Es gibt nicht nur zwei Geschlechter (Mann/Junge <-> Frau/Mädchen). Auch darauf wollten wir mit dieser Schreibweise hinweisen. Die Zuordnung von männlich und weiblich ist ausgedacht und wird von vielen angenommen. Einige Menschen erleben es als Gewalt, wenn sie sich für eine dieser beiden Zuordnungen entscheiden müssen.
Mittlerweile gibt es eine dritte mögliche Zuordnung: divers. Diese Variante können Menschen wählen, wenn sie sich nicht für männlich oder weiblich entscheiden können oder wollen.

Nur weil ich einen Menschen als Frau oder Mann sehe (weil ich beigebracht bekommen habe, dass Männer und Frauen so oder so aussehen), sagt das noch nichts darüber aus, ob sich dieser Mensch auch so fühlt. Deswegen wird es auch als Gewalt erlebt, wenn von Menschen aufgrund ihres Aussehens bestimmte Verhaltensweisen erwartet werden.

Wir wollen versuchen von dem Aussehen eines Menschen nicht auf ein Geschlecht zu schließen.
Wir wollen einfach der Person begegnen, die vor uns steht.

PS: Auch wir haben viele Jahre lang gelehrt bekommen, dass Menschen in zwei Gruppen eingeteilt werden – männlich und weiblich. So kann es sein, dass wir beim Lernen noch einige Male in das alte Verhalten zurückfallen. Doch nur, wenn ich anfange zu üben, kann ich mein eingeübtes Verhalten verändern.


Beim Mädchentreff findet ihr einen Raum ohne Cis-Männer (das bedeutet Männer, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht, welches ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde übereinstimmt).
Auf diese Weise wollen wir einen Schutzraum für Menschen vorhalten, die aufgrund ihres zugewiesenen Geschlechts, ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer Sexualität diskriminiert werden.

Definition cis-geschlechtlich:
…bedeutet ‚Diesseits‘ und wurde als Gegenbegriff zu Trans* geprägt, um Menschen beschreiben zu können, die eine Übereinstimmung von dem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht und eigener Geschlechsidentität erleben.

Grundsätzlich ist es uns wichtig auf die Vielfalt biologischer, psychischer und sozialer Geschlechter und vielfältige sexuelle Orientierungen zu verweisen.
Geschlecht ist ein soziales Konstrukt. Die universell gültige Zwei-Geschlechter-Ordnung (Männlich-Weiblich) hinterfragen wir kritisch und markieren die mit dieser Ordnung einhergehen heteronormativen Ausschlüsse und Diskriminierungen. Wir plädieren dafür, Geschlecht als hierarchisierende Ordnungskategorie zu überwinden.

Solange ist es uns wichtig Menschen einen Schutzraum zu bieten und bedienen uns der noch geltenden Bezeichnung von ‚Mädchen‘ als stellvertretend für die oben benannte Zielgruppe.  

Wir arbeiten weiter daran, diesen Raum zu definieren; und auch daran, dies verständlich zu erklären. Also, Fortsetzung folgt!



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